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ZUSAMMENFASSUNG |
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4. Internationales
Flusskrebsforum in Gersfeld/Rhön
(Ein Kurzbericht - von Christoph Dümpelmann)
Nach Augsburg (D), Baden (CH) und Mondsee (A) fand das vierte internationale
Symposium des Vereins
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wieder in Deutschland statt. Vom 07.-10. Mai organisierten Holger Schulz von der
Universität Landau sowie Christoph Dümpelmann vom Büro für Fischbiologie &
Gewässerökologie in Marburg das im zweijährigen Rhythmus stattfindende Symposium
in Gersfeld in der hessischen Rhön. Als Kooperationspartner konnte der Landkreis
Fulda/Fachdienst Biosphärenreservat und Naturpark Hessische Rhön gewonnen
werden. Im hessischen Biosphärenreservat Rhön wird seit Jahren erfolgreich ein
Projekt zur Wiederansiedlung des Edelkrebses durchgeführt und so war auch von
dieser Seite ein Interesse und Sachverstand hinsichtlich Krebse vorhanden.
Im Rahmen einer allgemeinen, kostenfreien Eingangsveranstaltung am
Donnerstagabend stellte der Vorsitzende Jürgen Petutschnig in einem Vortrag das
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und Christoph Dümpelmann das Wiederansiedlungsprojekt des Edelkrebses in der
Rhön vor. Claudia Klos gab im Anschluss eine allgemeine Einführung zur Biologie
von europäischen Krebsen. Die zu diesem Veranstaltungsteil erschienen
Pressevertreter und -vertreterinnen sowie zahlreiche Krebsinteressierte
besonders aus dem Arbeitskreis `Rhöner Fließgewässer´, die z.T. auch im
Wiederansiedlungsprojekt in der Rhön seit Jahren tätig sind. Sie konnten sich so
über Krebse im Allgemeinen und über den Verein
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im Speziellen informieren.
Nach diesen Grußworten stand der erste Vortragsblock ganz im Zeichen der
"locals" und aktuelle Kartierungsstände landesweiter Erfassungen in Hessen (Knut
Gimpel), des hessischen Lahneinzugsgebiets im Detail (Frank Bonacker) sowie der
flächendeckenden Erfassung in Unterfranken (Stefan Kaminsky) wurden vorgestellt.
Nach kurzer Kaffeepause ging es dann um "interspezifische Konkurrenz". Thomas
Schmidt stellte mittels eines statistischen Modells dar, dass die Verdrängung
des Edelkrebses durch den Signalkrebs bei sympatrischen Vorkommen rein
demographische Gründe haben kann und interspezifische Aktionen zumindest
statistisch gesehen, eine vernachlässigbare Rolle spielen. Anja Dethlefs zeigte
im Anschluss Möglichkeiten auf, wie stark in Krebszuchten die Prädation von
Großlibellenlarven (Aeshniden) auf Jungkrebse sein kann und wie sie reduziert
werden könnte.
Der Samstag startete wiederum mit einem Vortragsblock zur Verbreitung von Krebsarten. Beginnend mit Peer Martin, der die Verbreitung der Großkrebse im Freistaat Sachsen incl. des sensationellen Nachweises des Steinkrebses darstellte. Wolfgang Schmalz gab einen Überblick der Verbreitung der einheimischen und gebietsfremden Arten in Thüringen und Michael Pfeiffer stellte intensive Kartierungen im Schwarzwald dar ("alles Steinkrebsland!").
Der spätere Vormittag stand wiederum im Zeichen der Interaktionen von einheimischen und gebietsfremden Krebsarten. Während Thomas Schmidt erste Ergebnisse seiner Diplomarbeit zur Konkurrenz zwischen Edelkrebs und Signalkrebs darlegte, ging Holger Schulz detailliert auf den aktuellen Stand zur Konkurrenz zwischen Kamberkrebs und Edelkrebs ein. Wie erwartet (und erhofft) bestand beim Thema der Konkurrenz zwischen einheimischen und gebietsfremden Krebsarten erheblicher Diskussionsbedarf und - da sind sich alle Symposiumsteilnehmer einig gewesen - auch noch erheblicher Forschungsbedarf.
Karsten Grabow befasst sich vor der Kaffeepause mit den Krebsegeln, die jeder
der Anwesenden kannte, sich jedoch selten einmal genauer betrachtet hatte. Auf
amerikanischen Signalkrebsen konnte ein bisher in Europa unbekannter Krebsegel
entdeckt werden. Auch im Bereich dieser epizoischen Besiedler der Krebse ist
aktuell relativ wenig bekannt und der Forschungsbedarf wurde deutlich. Der
Vortrag weckte bei einigen "Krebslern" Interesse an dieser Gruppe und es ist
davon auszugehen, dass in Zukunft zumindest intensiver auf Krebsegel geachtet
wird und diese gesammelt werden.
Am Sonntag, dem letzten Tag des Symposiums, stellte Harald Groß die
umfangreichen Erhebungen, die Schulungen sowie den aktuellen Kartierungsstand im
Flächenbundesland Nordrhein-Westfalen vor. Zu diesem Vortrag gab es auch eine
Poster-Wanderausstellung, welche während der Tagung aufgebaut war. Den Abschluss
der Vorträge machte Jürgen Petutschnig mit der Vorstellung der "Krebswandermeile
in Fresach". Ein Öffentlichkeitsprojekt mit Beispielcharakter, bei welchem in
der Diskussion jedoch auch die Befürchtungen von möglichen Gefährdungen durch
eine starke Besucherfrequentierung geäußert wurden.
Die Organisatoren möchten an dieser Stelle recht herzlich den ehrenamtlichen
Helfern des Arbeitskreises Rhöner Fließgewässer Dagmar & Werner Piechotta und
Georg Hohmann sowie Kerstin Knebel für die ständige Besetzung unserer Anmeldung
danken. Ebenso gilt großer Dank Joachim Walter und Hubert Heger für die
reibungslose "Hintergrundorganisation" im Biosphärenreservat sowie Lothar Keidel
für die tollen Einsichten in seine Forellen- und Äschenzucht im Rahmen der
Exkursion.
Anschrift des Verfassers: |