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3. Internationales
Flusskrebsforum in Mondsee, Österreich
(Ein Kurzbericht - von Hannes Hager)
Das
forum
flusskrebse
veranstaltete von 13. bis 16. September sein 3. Internationales Flusskrebsforum.
Nach Augsburg (D; 2003) und Baden (CH; 2005) wurde diesmal mit Mondsee ein
Veranstaltungsort in Österreich gewählt.

Im wunderbaren Rahmen des Schlosses Mondsee trafen sich am Donnerstag, dem
13.10., im Festsaal des Veranstaltungszentrums 75 flusskrebsinteressierte
Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich zum bereits
traditionellen Informationsaustausch.
Nach
der Begrüßung durch den Präsidenten des
forum
flusskrebse ,
DI Jürgen Petutschnig, wurde in der 1. Vortragsrunde zum Thema "Nicht heimische
Krebsarten - eine Gefahr für europäische Flusskrebse" referiert. Von den
neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Krebspestforschung über die
Bekämpfungsmöglichkeiten von Beständen allochthoner Arten bis zur Vorstellung
und Risikoeinschätzung der vielen bereits in Europa befindlichen
Aquarienkrebsarten reichten die diversen Vortragsthemen.
Den Abschluss des ersten Tages bildete Dr. Klaus Kotschy mit seinem sehr
persönlichen Vortrag "Wie ich auf den Krebs kam - persönliche Erinnerungen".
Am Abend lud LR Rudi Anschober zu einem gemütlichen Stehempfang im Rahmen des
Kreuzganges des Schloss Mondsee, in dem während der gesamten Veranstaltung in
einer Aquarienschau 12 Flusskrebsarten aus aller Welt zu bestaunen waren.
Am Freitagvormittag wurde in der 2. Vortragsrunde über "Besatz, Bewirtschaftung,
Schadensbewertung" referiert.
Themen waren dabei vor allem die Sinnhaftigkeit und Machbarkeit von Genpools für
autochthone Arten und die entsprechenden genetischen Voraussetzungen dazu.
Ebenfalls besprochen wurden die Schadensbewertung und die diversen
Bestandeserfassungsmethoden bei Flusskrebsbeständen.
Am
Nachmittag führte die erste Exkursion zum Thema "heimische Krebsarten" zuerst in
das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain. Trotz anfänglicher Bedenken konnte
den Teilnehmern im Bach des Freilichtmuseums ein sehr starker Steinkrebsbestand
präsentiert werden. In der Diskussion der diversen Fänge zeigte Jürgen
Petutschnig, dass er nicht zu Unrecht Präsident des
forum
flusskrebse
ist und beendete den Streit über die Größe des 0+Jahrgangs mit dem Fang eines 12
mm kleinen Steinkrebses.
Im Anschluss wurde der Offensee bei Ebensee zur Besichtigung eines
Edelkrebsbestandes besucht.
Die Begehung des Seeufers mit dem Auslegen von Reusen wurde durch ein rasch
aufziehendes Gewitter im wahren Sinn des Wortes "blitzartig" beendet! Alle
Teilnehmer suchten völlig durchnässt im Seerestaurant Schutz und Unterkunft.
Nach einem gemütlichen Abendessen und der weitgehenden Trocknung der Kleidung
wurde nach Einbruch der Dunkelheit vom harten Kern noch einmal das Seeufer
begangen und der Fang der Reusen geborgen. Dieser wurde den im Restaurant
Zurückgebliebenen präsentiert und ausführlich diskutiert.
Am Samstagvormittag fanden die 3. ("Rechtliche Bestimmungen") und 4.
Vortragsrunde ("Projekte bezüglich autochthoner Flusskrebsarten") statt. Die
Thematik reichte von den diversen, völlig unterschiedlichen Bestimmungen bez.
Flusskrebsen in den Fischereigesetzen
Österreichs, dem "Nationalen Aktionsplan Flusskrebse" der Schweiz über die
genetische Verwandtschaftslinien der Dohlenkrebse Europas bis zu aktuellen
Flusskrebsverbreitungsstudien und diversen Projekten zur Förderung autochthoner
Arten.
Am Nachmittag wurden in drei Arbeitskreisen grundsätzliche Positionen zu den
Themen "Gesetzliche Rahmenbedingungen", "Schaffung von Genpools" und "Umgang mit
allochthonen Arten" erarbeitet. Diese wurden zum Abschluss von den
Arbeitskreisleitern präsentiert und zur allgemeinen Diskussion gestellt.
Am Abend fand die Generalversammlung des
forum
flusskrebse
statt, bei der DI Petutschnig und seinem Vorstand das weitere Vertrauen
ausgesprochen wurde.
Die Exkursion am Sonntag zum Thema "Nicht heimische Krebsarten" führte über den
Winklbach und Wofgangsee, wo die rasante Ausbreitung des Signalkrebses deutlich
vor Augen geführt wurde, zum Fuschlsee. Hier gab Landesfischermeister Gerhard
Langmaier ausführlich Einblick in die Fischereibewirtschaftung des Sees und
seine Erfahrungen mit dem Kamberkrebsbestand, der 1969 durch Besatz begründet
wurde.
Seinen
Höhepunkt und Abschluss fand das 3. Internationale Flusskrebsforum bei
ofenwarmen Räucher-Rheinanken und strahlendem Sonnenschein am Ufer des
Fuschlsees!
Sehr zu Dank verpflichtet sind die Organisatoren den unermüdlichen Helfern und
Mitveranstaltern des Landesfischereiverbandes Salzburg und des BAW-IGF
Scharfling!
Besonderer Dank für finanzielle Unterstützung gilt dem Amt der OÖ.
Landesregierung, Abt. Agrar- und Forstrecht, Abt. Naturschutz und LR Anschober,
dem Amt der Salzburger Landesregierung, Abt. Land- u. Forstwirtschaft, dem
Landesfischereiverband Salzburg, dem Österreichischen Fischereiverband, sowie
dem Bundesamt für Wasserwirtschaft.
Anschrift des Verfassers:
Ing. Johannes Hager
ARGE ProFisch
Kleine Seeaustraße 10, A-3293 Lunz am See
Tel: +43 676 6361578; Mail:
profisch@aon.at
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