Roter Amerikanischer Sumpfkrebs

(Eine Artbeschreibung - von Dipl.Ing. Jürgen Petutschnig)

Procambarus clarkii (GIRARD 1852)
red swamp crayfish
Roter Amerikanischer Sumpfkrebs


Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs hat seine natürliche Heimat im nördlichen Mexiko und im Gebiet von Florida bis ins südliche Illinois und Ohio. In Europa wurde er erstmals 1973 legal im Süden von Spanien mit Besatzkrebsen aus Louisiana ausgesetzt. Nur innerhalb von 10 Jahren erlangte die neu eingebürgerte Flusskrebsart eine wichtige kommerzielle Bedeutung. Dies führte in weiterer Folge zu illegalen Besatzmaßnahmen in Spanien, Frankreich und Italien. In Österreich wurde er erstmals 2005 von J. Petutschnig im Warmbach Villach nachgewiesen. Aktuell sind Vorkommen in insgesamt 13 Ländern Europas bekannt (SOUTY-GROSSET et al. 2006).

Der deutsche Name des Procambarus clarkii ist auf seine oft deutlich ausgeprägte rote Körberfärbung zurückzuführen. Er wird daher im Aquariumfachhandel oft als "Süßwasserhummer" oder "Teichhummer" angeboten. Der Krebs ist jedoch auch in anderen Farbvariationen, von blau, dunkelbraun bis nahezu schwarz zu finden. Die Scherenunterseite ist in der Regel deutlich rot gefärbt. Über den gesamten Brustpanzer sowie die Scheren sind hell bis dunkel gefärbte Warzen gestreut. Er erreicht eine Körperlänge von 15 cm. Die Normalgröße liegt vor allem in dichten Beständen bei rund 12 cm.

In seiner natürlichen Heimat bewohnt der Rote Amerikanische Sumpfkrebs eher kleinere Gewässer mit relativ hohen durchschnittlichen Wassertemperaturen. Wenn die Gewässer dort zeitweise austrocknen, ziehen sich die Krebse in ein zum Teil weitläufiges Höhlensystem mit Grundwasseranschluss zurück. Die Ausbreitung von Procambarus clarkii  in Europa zeigt sehr deutlich, dass die Flusskrebsart einen sehr weiten Toleranzbereich hinsichtlich des Lebensraumtyps besitzt. Gemäßigte Wassertemperaturen des Wohngewässers scheinen kein Hindernis für eine erfolgreiche Reproduktion zu sein.

Beim Roten Amerikanischen Sumpfkrebs sind die Weibchen bereits nach einem Jahr geschlechtsreif und können bei geeigneten Lebensraumbedingungen mehrmals im Jahr bis zu 800 Eier legen.

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs stellt eine akute Gefährdung für die heimischen Flusskrebsarten dar. Er ist durch seine hohe Reproduktionsrate und seine aggressive Lebensweise den heimischen Flusskrebsarten überlegen. Außerdem ist er ein gefährlicher Überträger der Krebspest.
 

Dipl.Ing. Jürgen Petutschnig
Umweltbüro Klagenfurt
Bahnhofstraße 39
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E-mail: juergen.petutschnig@umweltbuero-klagenfurt.at